Schwarzwildschäden - Die Jäger sind weiter in der Pflicht

Nun ist es klar, das Bundesgericht hat entschieden: Die Jäger müssen die Sauschäden mittragen.

Link zum Beitrag von SRF Regional AG-SO
PDF Icon   Bundesgerichtsentscheid

Stellungnahme RJSO zum BGE Schwarzwildschäden

 

RJSO war sehr interessiert an der Klärung der Frage, ob die Jagdgesellschaften verpflichtet werden können, sich an dem vom Wild verursachten Schaden zu beteiligen. Deshalb hat sich RJSO mit einem Betrag von CHF 10'000.- an den Prozesskosten der Jagdgesellschaft Lostorf beteiligt.
 
Dabei hat man sich im Revier Lostorf und bei RJSO auf ein juristisches Gutachten gestützt, das von JagdSchweiz in Auftrag gegeben worden war. Dieses Gutachten ist zum Schluss gekommen, dass die Jäger NICHT für die Kosten der Wildschäden haftbar gemacht werden können. Dies darum, weil die Tiere, die den Schaden verursacht haben, nicht dem Jäger, sondern als sogenanntes "freies Gut" dem Eigner des Jagdregals, dem Kanton, gehören. Deshalb hat RJSO ein anderes Urteil erwartet.


Das Bundesgericht (wie schon die erste Instanz, das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn) kommt nun aber zum Schluss, dass der Kanton die Jagdgesellschaften durchaus an den Wildschäden beteiligen kann. Dies ist so im Gesetz geregelt und wird mit jeder Jagdgesellschaft in einer gegenseitigen Vereinbarung, dem Pachtvertrag, festgehalten und mit der Unterschrift der Pächter bestätigt. Das Urteil des Bundesgerichtes muss jetzt vom Revier Lostorf und von RJSO akzeptiert werden.
 
Wie geht es weiter? Die Regelung, dass die Jagdgesellschaften sich an den vom Schwarzwild verursachten Schäden in einem gewissen Ausmass zu beteiligen haben, wird nun auch im neuen Gesetz weiterhin enthalten sein. RJSO wird sich im Gespräch mit dem Kanton um eine tragbare Lösung bemühen. Eine Reduktion der Beteiligung der Jagdgesellschaften von bisher 50 % auf neu 35 % sowie eine Deckelung der Schadensbeteiligung auf einem Maximalbetrag von 100 % des Mindestpachtbetrages des betroffenen Reviers sind vorgesehen, was von RJSO sehr begrüsst wird. Zugleich werden sich die von Schwarzwildschäden betroffenen Reviere weiterhin anstrengen, den Schaden durch die Regulierung des Schwarzwildbestandes in tragbaren Grenzen zu halten.