Generalversammlung 2013

Die Sorgen mit dem Schwarzwild prägen die jagdliche Diskussion

242 Jägerinnen und Jäger plus gut zwei Dutzend Gäste aus Politik, aus Ämtern und Verbänden durfte Bruno Born, Präsident von RevierJagd Solothurn in Beinwil begrüssen. Die Generalversammlung 2013 zeigte nochmals auf, welch intensives Jahr die Jäger des Kantons Solothurn hinter sich haben. Schwerpunkt war die Neuverpachtung, die dank bester Vorbereitung durch eine jagdliche Kommission, praktisch geräuschlos über die Bühne ging.

Ordentliche Geschäfte

Wie üblich boten die statutarischen Geschäfte keinen Anlass zur Diskussion. In Zukunft müssen wir ein verstärktes Augenmerk auf die Finanzen werfen. Immer mehr Forderungen an die Leistungen von RJSo werden entsprechend auch mehr Mittel benötigen. Mittelfristig werden wir über den Mitgliederbeitrag sprechen müssen.
Wahlen gab es keine. Alle Verantwortungsträger bleiben im Amt. 11 Jungjäger und eine Jungjägerin wurden feierlich in die Reihen der Solothurner Jäger aufgenommen.
Erfreulich entwickelt sich der neue Ausbildungslehrgang zum Jäger. Auf der Basis eines neuen Lehrmittels hat RJSo – im Auftrag des Amts für Jagd & Fischerei – die Ausbildung mittels verschiedenen Modulen neu strukturiert. Diese neue Ausbildung startete im Januar 2013, die erste Prüfung wird im 2014 abgelegt. Dieses Jahr wird noch nach dem bisherigen Modus geprüft.

Die Sorgen der Jäger

Mit den Worten: “Es ist grotesk, wenn der Jäger für die umweltbedingte, explosionsartige Zunahme der Schwarzwildbestände verantwortlich gemacht wird“, machte Bruno Born auf die heute nicht mehr akzeptable Regelung der Schwarzwildschäden aufmerksam. Bis dato gilt die Regel, dass die Jägerschaft 50% der landwirtschaftlichen Schäden selber tragen muss. Was einmal als Anstoss für vermehrte jagdliche Bemühungen an die Adresse derjenigen Reviere gedacht war, die sich nicht um die berechtigten Sorgen der Landwirtschaft kümmerten, gilt heute klar als überholt. Betrachte man die Abgangszahlen in den einzelnen Revieren, so muss jeder objektive Betrachter zum Schluss kommen: Viel mehr können die Jäger nicht mehr zur Reduktion der Bestände beitragen.
Um den nicht so leicht zu bejagenden Sauen nachzustellen muss die Jägerschaft Hunderte von Stunden aufwenden. Und am Schluss aller Bemühungen der Ertrag aus der Ernte nicht einmal reicht, die Schäden zu begleichen. Damit verliert die Jagd ihren Reiz. Die Tätigkeit des Jägers wird damit reduziert zum Schädlingsbekämpfer, das darf nicht sein! Daneben muss er nebst dem jährlichen Pachtzins noch zusätzlich Tausende von Franken zusätzlich in die Hand nehmen, um Schäden zu begleichen, für die er wahrlich nichts kann. Hier ist die Politik gefragt, um diese heute überholte Regelung der hälftigen Beteiligung neu zu regeln. RJSo wird dieses Jahr die politische Diskussion in Gang bringen und alles daran setzen, eine gerechtere Lösung zu finden.

Und die Waffen

Um unsere Tätigkeit, ja, Pflicht ausüben zu können, sind wir auf den Einsatz von Waffen angewiesen. Dem steten Druck auf den Waffenbesitz müssen auch wir Jäger Paroli bieten. Eine Möglichkeit bekommen wir bei der Abstimmung über die Initiative zur Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht in diesem Jahr. Bruno Born: „Schicken wir also diese Initiative bachab!“
Text: Urs Liniger